Reinigungs- und Abschminkpads

Ich habe vor einiger Zeit einen Nachmittag lang damit verbracht, Reinigungs- und Abschminkpads aus einem alten Handtuch, einem Mikrofasertuch und Baumwollstoffresten zu schneidern. Die primäre Idee dahinter war, weniger Müll zu produzieren. Keine neue, das ist mir klar. Aber der Müllberg von einmalig verwendeten Wattepads hat mich einfach gestört. Der andere Gedanke war, endlich mal wieder etwas selber zu machen: Vorbei ist die Zeit in der man regelmäßig Selbstgemachtes aus der Schule mit nach Hause brachte und Mama es gut sichtbar aufstellen musste, damit man sein Werk stolz betrachten konnte. Das Hochgefühl hielt meistens nicht sehr lange da es entweder aus saisonalen Dekogründen weggeräumt wurde oder der kleine Bruder mit Selbigem aus dem Werkunterricht stolzierte und nun sein Recht auf Anerkennung einforderte. Das kann mir jetzt nicht mehr passieren. Stolz bin ich trotzdem auf meine selbstgemachten Kosmetikpads und einem nachhaltigerem Badezimmer auch gleich ein Stückchen näher gekommen zu sein.

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Die Idee war in dem Augenblick geboren in dem ich ein altes Handtuch und ein noch nie verwendetes Mikrofasertuch in meinem Schrank entdeckte. Zwar ist ein Kunststofftuch schwer mit einem plastikfreien Leben zu vereinbaren, es unbenutzt wegzuschmeißen aber noch mehr weshalb ich es zu meinem ersten (sehr einfachen) Upcycling-Projekt ernannte. ‚Upcycling‘ heißt soviel wie aufgewertete Wiederverwertung und das trifft in diesem Fall definitiv zu. Außerdem war es die perfekte Gelegenheit, meine Nähmaschine von ihrem hohen Thron dem Schrank zu holen. Zu meiner Schande muss ich nämlich gestehen zu denjenigen zu gehören, die die bisherige Nutzung der eigenen Nähmaschine an einer Hand abzählen können.

Vom erhofften Kreativitätsschub gepackt, fing ich also an die Pads vorzubereiten: Ein Glas verkehrt auf den Stoff stellen – das Glas mit dunklem Stift nachzeichnen – Glas entfernen – Kreis ausschneiden. Sogar mit sehr beschränktem Zeichen- und Basteltalent wie ich es habe, machbar. Abschließend den Stoffkreis auf den Handtuchkreis legen und mit einem Zickzackstich zusammennähen. Fertig.

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Die Reinigungs- und Abschminkpads können beliebig oft verwendet werden. Am Besten nach jeder Benutzung auswaschen und nach einer Weile in der Waschmaschine bei 40 Grad mitwaschen.

Tipp: Die Kosmetikpads mit dem eingearbeiteten Mikrofasertuch eignen sich sehr gut zum abschminken ohne Make-Up Entferner. Reinigungsmittel zerstören die Funktion der synthetischen Fasern und sollten somit auch ohne Weichspüler gewaschen werden. Hierbei aber bitte beachten was ihr für ein Tuch verwendet, da es viele verschiedene Arten gibt und manche nichts fürs Gesicht und dessen empfindliche Haut sind!

Meine Geschichte zum WELTVEGANTAG

Ich lebe seit mehr als zweieinhalb Jahren vegan, davor drei Jahre abwechselnd vegetarisch und vegan. Ich muss zugeben, der Wandel zum Vegetarismus kam aus Faulheit. Ich aß nie wirklich viel Fleisch und wenn dann mehrheitlich Huhn oder Pute aus der Region. Als ich dann von zuhause auszog und ich mich jeden Tag selber bekochen musste, kam ich ins grübeln. Ich wollte mir nicht jeden Tag Fleisch kaufen – wozu auch, es schmeckte mir nicht mal wirklich. Es zuzubereiten und nach dem braten die halbe Küche zu putzen nervte. Bald kam hinzu, dass ich einen Ekel gegenüber rohem Fleisch entwickelte. Also aß ich Fleisch nur noch außerhalb meiner eigenen Küche. Die ethischen und moralischen Gedanken, kamen leider erst viel später.

In der ganzen Zeit als Omnivore war mir bewusst, dass ich Tiere esse die für meinen Genuss sterben mussten. Trotzdem habe ich es gegessen. Ich und wahrscheinlich auch viele andere auch, wurden einfach so erzogen. Fleisch war zwar nicht Hauptbestandteil an unserem Esstisch, trotzdem gehörte es zu meinem Speiseplan der Kinder- und Jugendzeit. Genauer hinterfragt, außer es mir eben bewusst zu machen was ich esse, habe ich nie. Da „halfen“ auch die Tiertransporte wenig, an denen wir auf dem Weg ans adriatische Meer vorbeifuhren. Ich sehe heute noch die traurigen Augen der Tiere vor mir, wie sie zwischen den Gitterstäben auf mich herabschauten.

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Als meine Küche grüner wurde und ich erste eigene und unglücklich verlaufene Annäherungsversuche zu Tofu und Sojamilch wagte, begann ich mich zu informieren. Ich recherchierte in alle Richtungen: Ich schaute mir blutige Rinderschlachtungen genauso wie eben diese in Pelzfarmen, an. Das schreddern der männlichen Küken bei der Eierproduktion und die Vergasungen in Heimen, weil keiner die Tiere will. Fische die auf dem Boden eines Fischerbootes qualvoll ersticken. Verwahrloste Tiere die mehr an Tod als Leben erinnern und solche, die mit aufgerissenen Augen um ihr Leben schreien. Ich wollte das volle Programm! Was blieb, war eine schockierte 21-Jährige die mit den Tränen kämpfte und sich sehnlichst die Lieblingskatze nach Wien wünschte. Ab diesem Zeitpunkt konnte und kann ich kein Fleisch mehr essen. Plötzlich kam mir auch der Vegetarismus so heuchlerisch vor, weshalb ich so schnell wie möglich meinen ersten veganen Versuch starten wollte.

Ich begann an durchschnittlich vier von sieben Tagen vegan zu essen. Anfangs konnte ich mich kaum von Honig trennen und trotz dem mir bewusst war welche Auswirkungen mein Milchkonsum hatte, tat ich mir auch sehr schwer auf Käse zu verzichten. Da ich mich aber nicht einschränken und riskieren wollte unglücklich zu werden, gönnte ich mir Auszeiten vom Veganismus. Ich wollte mich nicht unter Druck setzen. Deshalb pendelte sich in meiner vegetarischen Zeit mein „immer mal wieder vegan“-sein auf eine dreimonatige Regelmäßigkeit ein.

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Mein Umstieg auf einen kompletten, veganen Lebensstil ließ aber noch ein Weilchen auf sich warten. In der Zeit lernte ich einen tollen Menschen kennen, der selber vegan lebt und sich zu einer Art veganem Vorbild entwickelte, was ihm glaube ich nie wirklich bewusst war. Der Kontakt zu einem bereits vegan lebenden Menschen, der meine Einstellung teilt und sie nicht kritisiert oder verurteilt half mir dabei, meinen endgültigen Entschluss zu fassen. Danke dafür! Randnotiz: Dass der Burgenländer, in den ich mich später verliebte auch vegan lebt, macht alles gleich noch ein bisschen einfacher :)

Hinweis: Mit diesem Text möchte ich nicht missionieren und schon gar nicht jemanden dazu drängen, vegan zu leben. Ich möchte niemanden verurteilen oder angreifen. das sind und waren damals meine subjektiven Meinungen. Ich wollte lediglich meine eigene „vegan story“ zum Weltvegantag veröffentlichen und den Ablauf schildern. Da ich weiß wie kontrovers, emotional und komplex diese ganze Thematik ist, habe ich lange überlegt den Text überhaupt zu veröffentlichen.

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Waschmittel das auf Bäumen wächst

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Die Rosskastanie gehört zu der Familie der Seifenbaumgewächse. Die Frucht bzw. der Samen ist also ein Waschmittel, welches auf Bäumen wächst. Der Grund: Die Samen enthalten Seifenstoffe, sogenannte Saponine. Das sind organisch-chemische Verbindungen die wiederum mithilfe von Wasser einen seifenartigen Schaum bilden können. Kurz gesagt funktionieren diese Saponine ähnlich wie Seife.

Rosskastanien sind im Herbst in Unmengen zu finden. Man muss sich dafür nicht zwingend in einen Wald begeben und der Gefahr ausgesetzt sehen, sich zu verirren. Es reicht streckenweise schon eine Straße entlang zu laufen, denn man findet sie sogar in Großstädten in Hülle und Fülle kostenlos auf dem Boden. Man muss nur hinsehen und sein „Grünes Waschmittel“ aufsammeln. Das ist aber auch schon der schwierigste Teil der ganzen Sache. Da man es mittlerweile auf zahlreichen Blogs und Webseiten liest, wollte ich mich selber davon überzeugen und war wirklich überrascht, dass es so gut funktioniert:

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Fünf bis acht frische Kastanien vierteln und dann für ungefähr acht Stunden in ein Glas mit Wasser füllen. Danach das mittlerweile trübe, milchige Wasser abgießen damit keine Kastanienteile in der Waschmaschine landen und abschließend in die Waschmittellade der Maschine kippen.

Als zweite Möglichkeit können die Kastanien auch zu Pulver verarbeitet werden um sie länger haltbar zu machen. Dazu die Schalen entfernen, das Fruchtfleisch klein schneiden und eine halbe bis eine Stunde antrocknen lassen. Die Stücke mit einem Mixer pulverisieren und auf ausgelegtem Zeitungspapier vier bis fünf Tage trocknen lassen. Sobald das Pulver trocken ist, einfach in Gläser abfüllen.

Ich habe bisher schwarze Wäsche mit 40° und Bettwäsche (60°) mit dem natürlichen Waschmittel gewaschen. Alles war perfekt sauber, sogar Flecken wurden entfernt und obwohl man eher enttäuschende Erfahrungen bezüglich des Duftes (was ja bei Bettwäsche sehr wichtig ist) liest, kann ich das nicht bestätigen. Die Wäsche riecht frisch und der Duft hält sich auch eine Zeit lang in den Textilien. Er ist zwar nicht mit einem Weichspüler oder Duftöl zu vergleichen, aber er macht sich dennoch bemerkbar.

Fazit: Rosskastanien sind heimische Waschnüsse ohne großen ökologischen Fußabdruck. Sie sind frei von Chemikalien, umweltfreundlich, hautverträglich und können zum Schluss mit dem Grünmüll entsorgt werden. Außerdem lässt sich das Kastaniensammeln ideal mit einem schönen Herbstspaziergang vereinen. Auf jeden Fall ausprobieren und den frischen Waldgeruch in den Kleiderschrank holen!

Bestandsaufnahme: Dusche

Weil es so einfach ist und es sich wohl um meinen minimalistischten Bereich in der ganzen Wohnung handelt. Die Dusche. Ich mag meine Dusche mit den beigen großen Fliesen sehr. Selbst den grau-violetten Duschvorhang,  der manchmal am Körper kleben bleibt wenn man ihm zu nahe kommt. Ich hab sogar die Chrom-Ablage rechts neben der Duschbrause ins Herz geschlossen obwohl ich mir dauernd die Hand daran anschlage und jedes Mal einen Schrecken bekomme, dass gleich die ganzen Fliesen heraus brechen. Und genau diese eben erwähnte Ablage ist nun Ort des Geschehens. Eine Bestandsaufnahme: Was steht in meiner Dusche?

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Seife
Ich wasche meinen Körper seit längerer Zeit mit fester Seife. Der fehlende Schaum und das seltsam „quietschige“ Sauberkeitsgefühl waren nur zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig. Mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt und vermisse nichts – im Gegenteil: ich fühle mich tatsächlich sauberer als mit Duschgel. Ein sehr wichtiger Aspekt von fester Seife ist für mich vor allem der wenig anfallende Verpackungsmüll und, dass bei der Produktion im Normalfall auf Mikroplastik verzichtet wird. Beim Kauf achte ich außerdem darauf, dass die Seife aus rein pflanzlichen Inhaltsstoffen besteht, zu 100% vegan und somit auch Tierversuchsfrei ist. Eine präferierte Marke habe ich allerdings (noch) nicht gefunden. Wenn ihr in dem Bereich bereits euren Liebling gefunden habt, könnt ihr mir gerne eure Empfehlungen in den Kommentaren da lassen!


Shampoo
Am liebsten würde ich nur eine einzige feste Seife für Haare und Körper verwenden. Da meine „Haarpracht“ durch jahrelange Färberei jedoch etwas überstrapaziert wurde, greife ich momentan lieber noch zu Shampoo. Das hat keinen logisch nachvollziehbaren Grund, aber ich hab das Gefühl meinen Haaren geht es damit besser. Sobald sie aber komplett gesund sind, möchte ich endlich Haarseife oder festes Shampoo ausprobieren. Bis dahin verwende ich noch Shampoo von Lavera. Interessanterweise sind diese Tuben so ergiebig (Schulterlänge), dass ich maximal alle drei bis vier Monate eine neue kaufen muss. Trotzdem gibt es hier definitiv noch Verbesserungspotential das so schnell wie möglich angegangen wird.


Rasierer
Der zweite verbesserungswürdige Bereich in meiner Dusche! Ich verwende einen Plastik-Einweg-Rasierer, der zwar nicht nach einmaligem Gebrauch direkt im Müll landet, dennoch gut und gerne aus meinem gesamten Haushalt verschwinden könnte. Zu meiner Verteidigung könnte ich jetzt sagen, dass ich diesen Letzten gerade aufbrauche und dann zu meinem Epilierer wechsle, der auch einen Rasieraufsatz hat, aber das macht es nur bedingt besser. Ich gelobe Besserung und liebäugle derweil mit einem Rasierhobel, bei dem ich mir immer noch unsicher bin ob ich mich damit nicht eher selbstverletzen als lästige Härchen entfernen würde.